Fotofinish in Meßkirch – Wettkampfbericht zum Schwarzwaldrennen

Schwarzwald Rennen November 2016
Am letzten Novemberwochenende hielt die DTSG ihr Treffen zum 5-jährigen Vereinsjubiläum ab. Neben dem Treffen, und vielleicht noch wichtiger, war ein zweitägiges Rennen durch den Schwarzwald angesetzt. Zehn (10) Teams und ein Einzel-Teilnehmer nahmen am Rennen teil, was bedeutet, dass dieses Rennen als das bisher größte in die Annalen der DTSG eingeht. Start und Ziel war in dem kleinen Örtchen Meßkirch, etwa auf halber Strecke zwischen Stuttgart und Zürich.
Platz Team Ankunftszeit Finale
1 Linsengericht 2016-11-27 12:26
2 RaKoen 2016-11-27 12:28
3 Tutti Frutti 2016-11-27 12:38
4 Chaos 2016-11-27 12:52
5 Leitplankenschrubber 2016-11-27 13:23
6 KoKa 2016-11-27 14:20
7 Ausfahrt Links 2016-11-27 14:35
8 Spätstart 2016-11-27 14:40
9 Süpersalak 2016-11-27 17:39
Disqualified Ostfriesen ---

Elf Kontrollpunkte, grob verteilt auf eine Strecke von 450 km, standen zwischen den Teilnehmern und dem Finale. Einfache Straßenkreuzungen, verschiedenste Touristenattraktionen und sogar ein Aussichtsturm auf dem Schlossberg über Freiburg befanden sich unter den vielfältigen Kontrollpunkten, welche es zu passieren galt. Die Route war wie folgt ausgelegt: 3 Kontrollpunkte, die in beliebiger Reihenfolge besucht werden konnten, bildeten die erste Runde. Die zweite Runde bestand aus nur einem Kontrollpunkt, welcher den Teams Einsicht in Ihre zwischenzeitliche Position geben konnte. Die dritte Runde setzte sich mit drei Kontrollpunkten in beliebiger Reihenfolge fort, sowie die beiden abschließenden Runden 4 und 5 mit jeweils zwei Kontrollpunkten. Jedes Team hatte eine obligatorische Ruhepause (REST-Zeit) von 9 Stunden, in denen es nicht erlaubt war sich entlang der Route weiter zu bewegen. Die REST-Zeit konnte in maximal fünf Ruhepausen aufgeteilt werden.

Nach den abschließenden Vorbereitungen am Morgen begann das Rennen pünktlich um 08:40 Uhr. Die Teams starteten jeweils in 5-Minuten-Intervallen. Team Rakoen, welches sich aus den DTSG Mitgliedern Ralf und Koen zusammensetzte, übernahm schnell die Führung und beendete die erste Runde in einer anderen Reihenfolge als die übrigen Teams. Dies erwies sich als ein strategisch guter Zug, da Rakoen am Kontrollpunkt zur zweiten Runde um 12:28 Uhr als erstes eintraf, 9 Minuten vor dem Team Süpersalak mit den erstmaligen Teilnehmern Viktoriia und Peter. Team KoKa (Stefan & Kate) erreichten das virtuelle Podium 20 Minuten nach Rakoen.

Die meisten Teams bewegten sich schnell durch die Kontrollpunkte der dritten Runde, auf dem Weg westwärts hinein in den Schwarzwald, während gegen 17:00 Uhr langsam die Nacht hereinbrach. Nun kam das Rennen an einen wichtigen Punkt, an dem die richtige Taktik eine sehr wichtige Rolle spielte. Denn bis auf die Straßen in den wenigen beleuchteten Dörfer, auf denen der Verkehr sich verlangsamte, waren die Straßen der hügeligen Schwarzwaldregion stockduster und sehr windig. Die richtige Wahl einer guten Position zum Trampen wurde äußerst wichtig.

Die Beschaffenheit des Rennkurses veranlasste die Teams ab der vierten Runde alle Kontrollpunkte in gleicher Reihenfolge zu besuchen. Zuerst kam der Kontrollpunkt auf dem Schloßberg in der Stadt Freiburg dran, auf dem KoKa um 19:28 als erstes ankam, nachdem Sie Rakoen in Furtwangen eingeholt und die zwischenzeitliche Führung übernommen haben. Team Linsengericht (Lena und Karlis) erreichten den Freiburger Kontrollpunkt eine Minute vor Rakoen. Nachdem Linsengericht am Ende der zweiten Rund noch eine ganze Stunde zurücklagen, haben sie hart gearbeitet, um die verlorene Zeit wieder aufzuholen. Das weitere Teilnehmerfeld folgte knapp dahinter, was für ein spannendes Rennen bis spät in die Nacht sorgte.

Sechs Teams schafften es noch am ersten Tag den höchsten Puntk des Rennens, den Feldberg, zu erreichen. Die optimale Route bei Nacht schien dabei über Titisee-Neustadt zu sein. Das Team Leitplankenschrubber (Ben & Özge), dass die meisten Teams für den Großteil des Rennen gejagt hatte, kam genau um 22:00 Uhr als erster am Feldberg an. Nachdem sie die meisten Teams das Rennen über gejagt haben, hat sich ihre kombinierte Tramper-Erfahrung nun ausgezahlt. Knapp auf den Fersen waren KoKa und Linsengericht, die jeweils nur 3 bzw. 8 Minuten später den Feldberg nach Team Leitplankenschrubber erreichten. Rakoen fiel nach einem taktischen Fehler auf den 7. Platz zurück und erreichte erst am nächsten Morgen den Kontrollpunkt. Zu Beginn des Rennens noch Zweiter, schien Süpersalak in der Nacht Probleme zu haben und erreichte erst am nächsten Morgen Freiburg und folglich den Feldberg. Diesen erreichten Sie als letztes Team.

Der zweite Tag erwies sich als entscheidend, wobei die Kontrollpunkte der fünften Runde so platziert wurden, dass jedes Team sie in der gleichen Reihenfolge besuchte. Der erste Kontrollpunkt in Tengen gab den Teams eine weitere Möglichkeit, ihre Position im Feld zu überprüfen und motivierte sie, bis zum Ziel alles zu geben. Wieder einmal veränderte sich die Führung; Team Chaos mit den erfahrenen DTSG-Mitgliedern Jona und Kevin kam hier als erstes Team um 9:22 Uhr an. Im Laufe des Rennens hatten sie sich langsam an die Spitze gearbeitet, jedoch im Gegensatz zu den anderen Teams noch 25 Minuten Ruhezeit übrig. Linsengericht kam 22 Minuten später in Tengen an, zusammen mit dem überraschenden Team Tutti Frutti (Sven & Evelyn). Sie hatten in der Nacht ihr bestes gegeben um es bis zum Feldberg zu schaffen, was Ihnen zu später Stunde auch gelang, während das restliche Feld bereits von seiner Ruhezeit Gebrauch machte. Offensichtlich profitierten sie von dieser Taktik, indem sie sich der Führung näherten. Die übrigen Teams folgten mindestens eine halbe Stunde dahinter.

Der abschließende Kontrollpunkt in Radolfzell, bevor es zum Finale nach Meßkirch ging, schüttelte das Teilnehmerfeld noch einmal kräftig durch. Manche Teams hatten ihre Schwierigkeiten, während er für andere wiederrum einfach zu erreichen war. Es gab verschiedene mögliche Routen zwischen Tengen und der Stadt am Bodensee; entweder über die Autobahn oder durch das Stadtgebiet um Singen. Während Singen als die riskantere Option erschien, erwies sie sich dennoch als schneller. Chaos war an diesem letzten Kontrollpunkt noch immer vorne, aber ihr Vorsprung verringerte sich auf 4 Minuten mit Linsengericht an zweiter Stelle sowie Tutti Frutti 8 Minuten dahinter als drittes Team. Rakoen wählte die Strecke durch Singen und holte dadurch die am Vorabend verlorene Zeit auf und erreichte Radolfzell als viertes Team, nur noch 27 Minuten hinter Chaos.

Diese Konstellation versprach also ein heißes Wettrennen zum Finale. Rakoen überholte Tutti Frutti 20 km vor dem Ziel in einem Fahrzeug, dessen Ziel Meßkirch war. Der letzte Abschnitt von der Hauptstraße zum finalen Kontrollpunkt war ungefähr 1 km entlang einer wenig befahrenen Seitenstraße. Linsengericht und Rakoen haben beide unwissentlich Chaos überholt und lieferten sich einen Wettrennen auf den letzten Metern um den ersten Platz. Linsengericht sicherte sich dabei den ersten Platz, nachdem Sie es noch schafften, auf diesem kurzen Teilstück ein Auto anzuhalten um so um 12:26 Uhr ins Ziel einzufahren. Während des Schlußspurtes überholte Chaos sogar noch Rakoen, da Sie ein Auto bis zum Ziel ergattern konnten. So kamen Sie eine Minute nach Linsengericht um 12:27 am Ziel an, während Rakoen das Ziel um 12:28 erreichte. Da Chaos jedoch noch 25 Minuten Restzeit auf dem Konto hatte verloren Sie Ihren Podiumsplatz noch an Tutti Frutti, die 10 Minuten nach dem führenden Teams das Ziel erreichten und damit den dritten Platz ergriffen. Ein weiterer Beweis für den engen Wettbewerb war die Tatsache, dass alle Teams innerhalb von fünf Stunden nach der ersten Mannschaft das Ziel erfolgreich erreichten.

Aufgrund der großen Teilnehmerzahl hat sich das Rennen im Schwarzwald als außergewöhnlich spannend herausgestellt. Die Führung änderte sich oft und kleinste taktische Fehler führten dazu, dass Teams signifikant zurück fielen. Allerdings blieben alle Teams relativ nahe beieinander, was deutlich machte, dass das Niveau der Konkurrenten sehr hoch war und alle Teams bis zum Ende ihr bestes gegeben haben, trotz Erschöpfung durch Schlafmangel und anstrengenden Wanderungen von und zu diversen Kontrollpunkten. Am Ende trennten nur wenige Minuten die besten Teams. Alle Teilnehmer stimmten darin überein, dass die Region rund um den Schwarzwald als sehr tramperfreundlich empfunden wurde. Dies war eine gute Voraussetzung für ein schöneres Rennen; Glück spielte eine unbedeutende Rolle, während Geschicklichkeit und Beharrlichkeit wichtigere Eigenschaften waren. Die Spitzenmannschaften haben diese Herausforderungen am besten gemeistert und erreichten verdientermaßen das Podium.

Rennen Schwarwald

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